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Der Hitzeaktionstag 2024 ist eine gemeinschaftliche Initiative aus dem Gesundheitswesen, die die Bevölkerung für die gesundheitlichen Risiken von Hitzewellen sensibilisiert und Maßnahmen zur Prävention hitzeassoziierter Erkrankungen fördert. In Deutschland stellt Hitze das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko dar. Der Aktionstag dient dazu, das Bewusstsein zu schärfen, die Kompetenzen im Gesundheits- und Sozialwesen zu entwickeln und Hitzeschutzmaßnahmen zu initiieren.

Gewalt ist mehr, als du denkst:
Psychische Gewalt im Sport

In einer repräsentativen Studie der Sporthochschule Köln und dem Uniklinikum Ulm aus dem Jahr 2022 gaben 63% der Befragten an, dass sie Formen psychischer Gewalt im Vereinssport erfahren haben. Das ist mit Abstand die häufigste Form der Gewalt und gleichzeitig jene Form, der öffentlich am wenigsten Bedeutung beigemessen wird. Hier geht es zur Studie.
Noch immer herrscht in unseren Köpfen die Vorstellung vor, dass gute sportliche Leistungen nur mit Abwertung, Drill, Demütigung zu erreichen sind. Das zeigt auch die aktuelle Debatte, um das schlechte Abschneiden deutscher Mannschaften bei Fußball- oder Leichtathletikmeisterschaften. Oftmals wird dort einer angeblich „verweichlichten“ Jugend das Wort geredet, die nicht mehr bereit sei, sich „zu schinden“.
Diese Erfahrungen machen jungen Sportler*innen im Kontext Sportverein, laut der o.g. Studie:
• Sie wurden runtergemacht, in große Verlegenheit gebracht oder gedemütigt, z. B. durch abwertende Spitznamen.
• Sie wurden wegen Ihrer körperlichen Erscheinung kritisiert, z. B. wegen Ihres/r Gewichts, Aussehens, Kleidung, Körperform.
• Sie wurden wegen Ihrer Leistung im Wettkampf oder Training persönlich angegriffen, beschimpft oder bedroht.
• Sie wurden grundlos und absichtlich ignoriert und ausgeschlossen.
• ihnen wurde körperliche Gewalt angedroht, ohne dass sie tatsächlich angegriffen wurden.
• Sie wurden aufgefordert oder gezwungen an Aufnahme- oder anderen Ritualen teilzunehmen, die damit verbunden waren, sie (oder andere) zu demütigen, zu erniedrigen oder herabzuwürdigen.
• Sie wurden aufgefordert, angewiesen oder gezwungen, unrealistisch hohe Erwartungen zu erfüllen.
Der Kinderschutzbund möchte im Rahmen seiner Kampagne „Gewalt ist mehr, als du denkst“ auf die psychische/emotionale Gewalt in institutionellen Kontexten aufmerksam machen. Sportvereine sollen Orte der Beziehung, der Talentförderung und der Motivation sein. Für die meisten Sportler*innen birgt der Sport vielfältige positive Erfahrungen. Demütigungen und Drohungen dürfen nicht Teil des Trainingskonzepts sein. Wo sie stattfinden, müssen Sportler*innen Gehör finden. Täter*innen müssen Konsequenzen spüren. Viele Bereiche im organisierten Sport haben sich auf den Weg gemacht. Sie wissen, dass wir eine Kultur des Hinsehens brauchen. Der Kinderschutzbund möchte mit seiner Kampagne einen Beitrag dazu leisten und entsprechende Entwicklungen im sportlichen Bereich unterstützen.

Näheres zum Thema erfahren Sie unter kinderschutzbund.de/gewalt sowie auf dem Instagram-Kanal: der_kinderschutzbund.

Gewalt ist mehr, als du denkst: Psychische Gewalt an Schulen
Die Datengrundlage für das Vorkommen von psychischer Gewalt, insbesondere ausgehend von Lehrkräften gegenüber Schüler*innen, ist dünn. Es ist aber davon auszugehen, dass von allen Gewaltformen (körperlich, sexualisiert, psychisch) psychische Gewalt die Gewaltform ist, die am häufigsten vorkommt. Zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen besteht ein Machtgefälle, sodass es für Schüler*innen schwierig ist, sich über das pädagogische Personal zu beschweren. Hinzu kommt, dass in der Schule selten klare Prozedere für Beschwerden bekannt sind und umgesetzt werden.
Zurzeit findet medial vor allem Gewalt von Schüler*innen gegen Lehrer*innen viel Aufmerksamkeit.
Schule ist aber der Ort im Leben von Kindern und Jugendlichen, den sie und ihre Eltern nicht selbst wählen können, zu besuchen. Es herrscht Schulpflicht. Gerade deshalb ist es für den Kinderschutzbund entscheidend, dass die Schule für Kinder und Jugendliche ein sicherer Ort ist.

Beispiele für psychische Gewalt von Lehrer*innen gegen Schüler*innen sind:
• bloßstellen/demütigen
• ungerechte Benotung
• sexualisierte Gewalt/Sprache
• schlechte Ansprache: Meckern, Sarkasmus, Schubladen-Denken („Immer machst du…“)
• Diskriminierung aufgrund von Behinderung, Gender, Migrations- / Fluchtgeschichte, Transgeschlechtlichkeit, Bildungshintergründen der Eltern
• Ignorieren,
   o Wenn ein Kind gemobbt / einem Kind von anderen Kindern Gewalt angetan wird
   o Wenn eine Besonderheit in Bezug auf das Lernen existiert, wie zum Beispiel Dyskalkulie oder Legasthenie
• Unter Druck setzen in Bezug auf Leistung und mit anderen vergleichen

Der Kinderschutzbund möchte im Rahmen seiner Kampagne „Gewalt ist mehr, als du denkst“ auf dieses Problem aufmerksam machen. Schulen sollen sichere Ort für Kinder und Jugendliche sein. Das Machtgefälle, das zwischen Lehrkräften und Schüler*innen besteht, muss deshalb klar benannt werden. Die flächendeckende Entwicklung von Schutzkonzepte, die alle Facetten von Gewaltprävention berücksichtigen und ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ist elementar. Es braucht außerdem Strukturen von Schüler*innen-Partizipation in relevanten Bereichen, wie zum Beispiel Schulentwicklung.

Näheres zum Thema erfahren Sie unter kinderschutzbund.de/gewalt sowie auf unserem Instagram-Kanal: der_kinderschutzbund.